Schilf-Glasflügelzikade: Gemeinsames Handeln von Forschung, Züchtung und Praxis ist zentral
„Der Runde Tisch ist ein wichtiges Signal, dass die Herausforderung erkannt ist und nur im Zusammenspiel der beteiligten Akteure bewältigt werden kann“, betont Dr. Felix Büchting, stellvertretender Vorsitzender des BDP. „Die Abwehr der durch die Schilf-Glasflügelzikade übertragenen Pflanzenkrankheiten erfordert nun unter anderem ein langfristiges Engagement des Bundes – sowohl in der Forschungsfinanzierung als auch beim Aufbau einer vernetzten wissenschaftlichen Infrastruktur.“
Die Schilf-Glasflügelzikade (Pentastiridius leporinus) breitet sich in den letzten Jahren in Deutschland rasant aus und entwickelt sich zu einem der zentralen neuen Schaderreger im Ackerbau. Als Überträger bakterieller Erreger verursacht sie in Zuckerrüben das SBR-Syndrom und in Kartoffeln Stolbur wie auch die Bakterielle Knollenwelke – mit erheblichen Verlusten, u. a. in Ertrag und Qualität. 2024 waren bereits rund 84.000 ha Zuckerrüben und 22.000 ha Kartoffeln betroffen. Begünstigt durch wärmere und trockenere Sommer verschärft sich die Dynamik der Ausbreitung. Neben den Hauptkulturen rücken weitere Wirtspflanzen wie Zwiebeln, Möhren oder Rote Bete in den Fokus, was das Infektionsrisiko zusätzlich erhöht. Die Bekämpfung ist komplex, weil die Zikade mehrere Entwicklungsstadien in unterschiedlichen Kulturen durchläuft und sich über die Fruchtfolge hinweg etabliert. Um die Ausbreitung einzudämmen, braucht es einen integrierten Ansatz.
Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e. V. (BDP)
Ulrike Amoruso-Eickhorn
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